5M goes offshore
Herausforderung Offshorewind - bewährte Technologie in neuen Dimensionen
Die Idee, Windparks offshore zu errichten, wurde in Europa seit den frühen achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts vorangetrieben. Unsere Nachbarländer wie Dänemark oder die Niederlande waren hier Pioniere, doch auch in Deutschland ist die Entwicklung der Offshore-Technologie ein gutes Stück vorangekommen. Offshore-Windparks mit Nennleistungen von bis zu 1.000 MW werden dabei die Kapazitäten herkömmlicher Kraftwerke erreichen. Basierend auf dem technischen Konzept, dem Entwicklungs-Know-how und dem laufenden Betrieb der Windkraftanlagen der Baureihen MD (1,5 MW) und MM (2 MW), legte die REpower Systems AG mit der Entwicklung der 5M den Grundpfeiler für die ökonomische Nutzung von Windenergie. Seit 2004 läuft die größte Windenergieanlage mit einem Rotordurchmesser von 126 Metern – die überstrichene Fläche entspricht der zweier Fußballfelder – als Prototyp am Onshore-Standort Brunsbüttel mit einer Verfügbarkeit von über 95%. Inzwischen sind mehr als ein Dutzend 5M an Land und im Wasser errichtet worden.
Im Offshore-Einsatz spielt die Zuverlässigkeit der Komponenten gegenüber dem Onshore-Einsatz eine dominante Rolle. Hierauf muss insbesondere das Getriebe abgestimmt werden, was durch den Einsatz hochwertiger Komponenten in Verbindung mit einer neuen Gesamtkonzeption erzielt werden konnte. Der Einsatz redundanter Komponenten ist aufgrund der beschränkten Zugänglichkeit der Anlage auf hoher See unabdingbar.
Die REpower 5M ist für den Offshore-Betrieb optimal ausgelegt und an Land sowie Offshore getestet worden. In Deutschland sind in den letzten Jahren mehrere Windparks in Nord- und Ostsee genehmigt worden; Unklar war jedoch lange die Frage, wer die Kosten z. B. für den Netzanschluss an Land trägt. Seit Oktober 2006 ist durch das von der Bundesregierung verabschiedete so genannte Infrastrukturgesetz geregelt, dass diese Kosten zukünftig nicht der Investor, sondern – wie bei konventionellen Kraftwerken auch – der Netzbetreiber tragen muss. Dies bedeutet eine erhebliche Kostenentlastung für die Betreiber von Windenergieanlagen auf See und gilt für alle Offshoreanlagen, mit deren Bau vor dem 31. Dezember 2011 begonnen wird.
Der Aufbau des ersten Offshore-Windparkprojektes ist 2008 in Deutschland begonnen worden: das Testprojekt alpha ventus vor der Insel Borkum. Hier wird REpower 2009 sechs 5M aufstellen. Die 5M-Serienproduktion in der neu errichteten Fertigungshalle in Bremerhaven hat im Herbst 2008 begonnen. Dort wird zukünftig auch die REpower 6M mit sechs Megawatt Nennleistung montiert, deren Prototyp noch 2008 an der deutsch-dänischen Grenze errichtet werden soll.
Das Beatrice-Projekt
Um jedoch die Leistung der 5-Megawatt-Anlage auf hoher See testen zu können und dem Ziel, Windenergie wettbewerbsfähig zu machen, wieder ein großes Stück näher zu kommen, beteiligt sich REpower am so genannten „Beatrice Demonstrator Project“: Zwei 5M sind in der Nähe des Beatrice-Ölfelds, 25 Kilometer vor der schottischen Ostküste im Moray Firth, in einer Wassertiefe von über 40 Metern installiert worden. Das Demonstrationsvorhaben ist Teil des von der EU geförderten „DOWNVInD“-Projekts, mit einem Gesamtvolumen von EUR 30 Millionen Europas größtes Forschungs- und Entwicklungsprogramm im Bereich Erneuerbare Energien. Talisman Energy (UK) und Scottish & Southern Energy (SSE) sind die Koordinatoren des Projekts, an dem eine Vielzahl von Forschungs- und Entwicklungsorgani-
sationen aus ganz Europa beteiligt sind. REpower ist exklusiver Anlagenlieferant.
| Der Standort des Beatrice-Projekts |
Die fertig errichtete Windfarm, Juli 2007 |
Mehr Informationen zum Gesamtprojekt unter www.beatricewind.co.uk
Eine große Auswahl an Fotos, unter anderem zum Beatrice-Projek sowie zu den ersten sechs 5M im belgischen Offshore-Windpark Thornton Bank, finden Sie zum Download in unserem
Online Fotoarchiv.